BeKD Story

Geschichte des Berufes und des Berufsverbandes

1829 Erste Kinderabteilung in Deutschland wird an der Charité Berlin eröffnet.

1894 Die Kinderheilkunde wird ein eigenständiges medizinisches Lehrfach an der Humboldt-Universität Berlin. Der erste Lehrstuhlinhaber ist Otto Heubner.

1898   Arthur Schlossman eröffnet in Dresden ein Säuglingsheim und bildet Säuglingspflegerinnen aus.

1917 Ein Ministerialerlass in Preußen sieht die staatliche Prüfung von Säuglingspflegerinnen vor.

1918 In Jena absolvieren die ersten vier Säuglings- und Kleinkinderpflegerinnen ihre Ausbildung und legen eine Prüfung ab. Die Ausbildung dauert 1 Jahr.

1923 Die staatliche Anerkennung der Ausbildung wird in den meisten Ländern des Deutschen Reiches durchgesetzt. Sie dauert 2 Jahre. Das erste Jahr qualifiziert zur Säuglings- und Kleinkinderpflegerin, das zweite Jahr zur Säuglings- und Kleinkinderkrankenpflegerin.

1927 Gründung des Reichsverbandes der Säuglings- und Kleinkinderschwestern durch Antonie Zerwer.

1930 Beschluss über die reichseinheitliche Ausbildung und staatliche Prüfung von Pflegerinnen und Schwestern für die Säuglings- und Kleinkinderpflege. Dadurch Trennung der Ausbildungen zur Pflege des gesunden und des kranken Kindes.

BRD:

1957 Das 1. Krankenpflegegesetz tritt in Kraft. Demnach dauert die Ausbildung 3 Jahre und beinhaltet 400 Stunden Theorie. Die Bezeichnung „Säuglings- und Kleinkinderkrankenschwester“ wird durch „Kinderkrankenschwester“ ersetzt und staatlich geschützt.

1965 Das 2. Krankenpflegegesetz tritt in Kraft. Demnach beträgt die Ausbildungsdauer 1200 Stunden Theorie verteilt auf 3 Jahre.

1980 Am 25. Februar erfolgt die Wahl zum Vorstand des Arbeitskreises der Kinderkrankenschwestern (AKK). Vorsitz: Christa Dietrich, Hannover; stellv. Vorsitz: Edda Behr, Hamburg; Schatzmeisterin: Frau Severin, Hannover; Schriftführerin: Sigrid Keichel, St. Augustin; Beirat: Emmi Fischer, Gifhorn, Karin Heuwen, Oldenburg, und Marianne Kettermann, Celle.

1982 Eintragung des AKK in das Vereinsregister. Vorsitz: Christa Dietrich; stellv. Vorsitz: Eleonore Seinsche.

1985 Das 3. Krankenpflegegesetz tritt in Kraft. Demnach dauert die Ausbildung unverändert drei Jahre.
Die Theorie wird auf 1600 Stunden erhöht.

DDR:
Seit der Gründung der DDR 1949 bestehen bis zur Wiedervereinigung 1990   eigene gesetzliche Regelungen für die staatliche Ausbildung in der Kinderkrankenpflege.

Von 1961 bis 1974 war die Berufsbezeichnung „Säuglings- und Kinderkrankenschwester“ und die Ausbildung fand in einer dreijährigen bzw. zweieinhalb jährigen Lehre mit 1200 Stunden Theorie statt.

Ab 1974 absolvierten die Studentinnen der Kinderkrankenpflege ein dreijähriges praxisbezogenes Fachschulstudium mit 1975 Stunden Theorie. Die Berufsbezeichnung ist Kinderkrankenschwester.

Mit dem staatlichen Studienabschluss erhielten die Absolventinnen zugleich die staatliche Erlaubnis zur Ausübung des Berufes der Kinderkrankenschwester.

Ab 1991 tritt in den ostdeutschen Bundesländern infolge des Einigungsvertrages auch das Krankenpflegegesetz der BRD in Kraft.

Die Studienabschlüsse der DDR haben Bestandsschutz und werden in den Ländern der EU ohne Reglementierung anerkannt. 

1991 Aus dem AKK e.V. entsteht der Berufsverband für Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger e.V. (BKK) mit rund 1000 Mitgliedern.

1994 Aufbau und Fortentwicklung der „Regionalen Arbeitskreise“ des BKK. Mit der Publikation „Bildungskonzept Kinderkrankenpflege“ leistet der BKK einen wichtigen Beitrag zur berufspolitischen Diskussion um die Neuordnung der Ausbildung in Pflegeberufen. Er setzt sich für den Erhalt der eigenständigen Grundausbildung der Kinderkrankenpflege im Rahmen eines vierjährigen , integrativen Ausbildungskonzeptes ein.

1998 Der BKK e.V. ist Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen.

Der Berufsverband veröffentlicht ein Positionspapier mit dem Titel „Zielsetzungen und Kompetenzsicherung in der Kinderkrankenpflege“.

2000 Der BKK e.V.  wird in „Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.“(BeKD) umbenannt. Die Zahl der Mitglieder steigt auf rund 2800. Um die länderspezifische Berufspolitik zu gestalten, werden Länderdelegierte benannt.

2003 Das 4. Krankenpflegegesetz in Deutschland wird verabschiedet. Das Gesetz regelt eine integrative Grundausbildung und die Erhaltung spezifischer Schwerpunkte in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege.

Die eigenständige Berufsbezeichnung ist weiterhin gesetzlich geschützt. Sie lautet seit der Inkraftsetzung des Gesetzes im Jahr 2004: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.

2007 Die Mitgliedsverbände des DPR, darunter der BeKD, stimmen der Forderung nach einer grundlegenden Ausbildungsreform in den Pflegeberufen in Deutschland zu. Der Beschluss beinhaltet die Beibehaltung der Spezialisierung in den Pflegeberufen während der Grundausbildung durch ein Studium mit Schwerpunktbildung analog der Handlungsfelder in der Pflege. Dies sollte sich z. B. im Diplom-Supplement des Bachelor in Nursing abbilden. „Der DPR e.V. fordert eine Ausbildungsreform in der Pflege mit dem Ziel, die generalistische Ausbildung mit Schwerpunkt Bildung als Erstausbildung an Hochschulen zu etablieren. Eine solche Ausbildung bedeutet eine Berufsbezeichnung mit voller Anerkennung des Abschlusses im Sinne einer General Nurse nach der EU-Richtlinie. Es ist eine curriculare Ausgestaltung analog den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Pflege innerhalb der Ausbildung zu ermöglichen. Dies kann sich zum Beispiel im „Diploms-Supplement“ des Bachelor of Science/Arts in Nursing abbilden.“

2009 Es wurde mit der Qualifizierung zur Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflege nach einem einheitlichen Lehrplan begonnen.Diese Qualifizierung ist seither flächendeckend etabliert und findet seit 2017 in allen Bundesländern statt.

2017 Das Pflegeberufereformgesetz wird verabschiedet.
Das Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) beinhaltet im Kern eine allgemeine (generalistische) berufliche Pflegeausbildung mit fünf gleichwertigen Vertiefungseinsätzen während der praktischen Ausbildung sowie durch ein Wahlrecht im letzten Ausbildungsdrittel die speziellen Berufsabschlüsse in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bzw. Altenpflege. Ab dem 1.1.2020 können folgende Berufsabschlüsse erworben werden:

– Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in
– Pflegefachfrau / Pflegefachmann mit Vertiefungseinsatz Pädiatrische Versorgung
– Pflegefachfrau / Pflegefachmann mit Vertiefungseinsatz stationäre Akutpflege
– Pflegefachfrau / Pflegefachmann mit Vertiefungseinsatz ambulante Akut bzw.
Langzeitpflege
– Pflegefachfrau / Pflegefachmann mit Vertiefungseinsatz stationäre
Langzeitversorgung
– Pflegefachfrau / Pflegefachmann mit Vertiefungseinsatz psychiatrische Versorgung
– Altenpfleger*in

Parallel dazu wird die hochschulische Ausbildung mit primär qualifizierenden Studiengängen in der Pflege etabliert. Eine Evaluation der Ausbildungsvorschriften des Pflegeberufereformgesetzes soll 2025 erfolgen.

Auf der Bult – Zentrum für Kinder und Jugendliche
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